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Arbeitslosigkeit in Deutschland

Aktuell sind in Deutschland rund 3 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Männer und Geringqualifizierte sind von Arbeitslosigkeit am stärksten betroffen.

Veröffentlicht am 28. Januar 2026

Wodurch die Arbeitslosenquote beeinflusst wird

Der Anstieg der Arbeitslosenquote ab dem Jahr 2005 steht mit der Einführung von Hartz IV im Zusammenhang: Erwerbsfähige Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger werden seitdem in die Arbeitslosenstatistik einbezogen. Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe wurden zum Arbeitslosengeld II zusammengeführt. Dadurch zählen auch Personen, die Arbeit suchen, zuvor aber nicht als arbeitslos registriert waren, die sogenannte Stille Reserve, zu den Arbeitslosen. Seit Mitte der 2000er Jahre sinkt Arbeitslosenquote wieder. Lediglich im Zusammenhang mit der Finanzkrise 2007/2008 und der Corona-Pandemie 2020/2021 stieg die Arbeitslosenquote in Deutschland vorübergehend wieder an.

Nach der Corona-Pandemie erreichte die Arbeitslosenquote in Deutschland im Frühling 2022 einen Tiefststand von 5 Prozent. Seitdem steigen die Arbeitslosenzahlen wieder. Zum Teil ist dieser Anstieg auf Ukrainerinnen und Ukrainer, die vor dem russischen Krieg aus der Ukraine geflüchtet sind, zurückzuführen. Anders als andere Drittstaatsangehörige haben sie in Deutschland bereits mit einer vorläufigen Aufenthaltserlaubnis uneingeschränkten Zugang zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Dadurch gelten sie als arbeitslos, wenn sie nicht sofort eine Beschäftigung finden. Der darüber hinausgehende Anstieg der Arbeitslosigkeit ist vor allem auf die derzeit schwierige wirtschaftliche Lage zurückzuführen.

In den vergangenen Monaten lag die Arbeitslosenquote in Deutschland stabil zwischen 6,1 und 6,6 Prozent.

Arbeitslosigkeit im Süden am geringsten

Im wirtschaftsstarken Süden Deutschlands ist die Arbeitslosigkeit traditionell am geringsten. Die Kreise mit den niedrigsten Arbeitslosenquoten liegen meist in ländlichen Regionen in Bayern und Baden-Württemberg. In großen Städten ist die Arbeitslosenquote überdurchschnittlich hoch.

Das Süd-Nord-Gefälle ist bei der Arbeitslosenquote stärker ausgeprägt als das Ost-West-Gefälle. Im Osten Deutschlands ist der Anteil der arbeitslosen Bevölkerung höher als im Westen. Dieser Unterschied schwindet jedoch: Im Jahr 2025 lag die Arbeitslosenquote im Westen Deutschlands bei durchschnittlich 6,4 Prozent, im Osten bei 8,6 Prozent.

Männer und Geringqualifizierte am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen

Die Arbeitslosenquote unterscheidet sich sehr stark nach der Qualifikation: Im Jahr 2025 waren 21,3 Prozent der Personen ohne abgeschlossener Berufsausbildung arbeitslos. Bei Personen mit betrieblicher oder schulischer Ausbildung bzw. akademischer Berufsausbildung waren es hingegen nur 3,6 bzw. 3,3 Prozent.

Bei Männern ist die Arbeitslosenquote höher als bei Frauen. Im Jahr 2025 betrug die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei Frauen 6,0 Prozent, bei Männern 6,6 Prozent. Zum Teil ist das darauf zurückzuführen, dass die Berufswahl noch immer geschlechtstypische Muster aufweist. Männer arbeiten dadurch häufiger in konjunktur- und saisonabhängigen Berufen und Branchen, wie etwa im Baugewerbe, und sind in konjunkturellen Schwächephasen stärker vom Arbeitsplatzabbau betroffen als Frauen.

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