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Renten in Deutschland

Im Jahr 2025 bezogen in Deutschland rund 21,5 Millionen Personen Rente. Das sind rund 700.000 mehr als im Jahr 2015.

applicationUI.publishedAt 21 gennaio 2026

Zahl der Rentnerinnen und Rentner steigt

Die deutsche Bevölkerung altert. Die geburtenstarken Jahrgänge wechseln in den Ruhestand und die Anzahl der Personen, die in den Arbeitsmarkt eintreten, ist durch die anhaltend niedrige Geburtenrate vergleichsweise klein.

Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung der Bevölkerung und damit die Dauer des durchschnittlichen Rentenbezugs. Im Jahr 2005 bezogen Rentnerinnen und Renter durchschnittlich 17,2 Jahre Rente, im Jahr 2024 waren es 20,5 Jahre.

Das bedeutet, dass immer weniger Beschäftigte für immer mehr Rentnerinnen und Rentner einzahlen. Im Jahr 2025 kamen etwa 2,1 Beitragszahlerinnen bzw. -zahler auf eine Rentnerin bzw. einen Rentner. Im Jahr 2045 werden einer Prognose der Deutschen Rentenversicherung zufolge 1,73 Personen für eine Rentnerin bzw. einen Rentner einzahlen.

Denn die gesetzliche Rentenversicherung wird in Deutschland durch ein Umlageverfahren finanziert: Die Beiträge der derzeitigen Beitragszahlerinnen und -zahler werden laufend als Renten an die derzeitigen Rentnerinnen und Rentner ausgezahlt. Für die Beitragszahlenden entstehen dadurch eigene verfassungsrechtlich geschützte Ansprüche auf Rente im Alter. Diese werden dann von der nächsten Beitragszahler-Generation finanziert.

Aktuell beträgt der Rentenbeitrag 18,6 Prozent des Bruttolohns. Arbeitgeber und -nehmer tragen jeweils die Hälfte des Beitragssatzes.

Rentenanpassungen in Deutschland

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden die Renten in Ost- und Westdeutschland nicht einheitlich erhöht, um die unterschiedlichen Lohnniveaus auszugleichen. Mit dem Jahr 2023 wurde der Deutschen Rentenversicherung zufolge die Angleichung der Rentenwerte erreicht. Seitdem werden die Renten bundesweit einheitlich angepasst. Im Jahr 2026 beträgt die Rentenerhöhung 4,24 Prozent.

Wie hoch ist die durchschnittliche Rente in Deutschland?

Ende 2024 betrug die durchschnittliche gesetzliche Bruttorente nach mindestens 35 Versicherungsjahren 1.692 Euro pro Monat. Je nach Bundesland und Geschlecht zeigen sich hier jedoch starke Unterschiede.

Frauen erhalten in allen Bundesländern eine geringere Rente als Männer. Im Saarland und in Nordrhein-Westfalen war die durchschnittliche Rente der langjährig Versicherten mit 1.805 bzw. 1.773 Euro brutto am höchsten. Das liegt unter anderem an gut bezahlten Jobs im Bergbau. In Ostdeutschland ist die durchschnittliche Rente nach 35 Versicherungsjahren am niedrigsten: In Thüringen beträgt sie 1.572 Euro, in Sachsen-Anhalt 1.580.

Eine Analyse von Prognos und dem GDV zeigt die durchschnittliche Höhe der monatlichen Nettorente nach Kreis.

In Ostdeutschland erhalten Frauen eine höhere Rente als in Westdeutschland. Das liegt an der historisch höheren Erwerbsquote von Frauen in der DDR. Durch die bundesweit steigende Erwerbstätigkeit von Frauen ist in der Zukunft auch mit einer steigenden Rentenhöhe für Frauen zu rechnen.

Ohne Hinterbliebenenrenten erhalten Frauen im Durchschnitt jährlich rund 10.000 Euro brutto weniger Rente als Männer. Der sogenannte Gender Pension Gap ist darauf zurückzuführen, dass Frauen häufiger und länger Carearbeit (Kindererziehung, Pflege) verrichten und Teilzeit arbeiten, was sich negativ auf die Höhe ihrer Rente auswirkt. Denn: Die Rentenhöhe hängt davon ab, wie viele Rentenbeiträge während des Arbeitslebens eingezahlt werden, und wie hoch diese waren.

Im Jahr 2025 lag der Gender-Pension-Gap bei 36 Prozent. Werden die Hinterbliebenenrenten, deren Höhe von der Erwerbstätigkeit des Ehepartners bzw. der Ehepartnerin abhängig sind, miteinberechnet, lag der Gender-Pension-Gap bei rund 24 Prozent.

Rentnerinnen überdurchschnittlich von Armut bedroht

Rentnerinnen sind durch das niedrigere Alterseinkommen auch stärker von Armut bedroht als Rentner. Im Jahr 2025 galt knapp jede fünfte Person (19,5 Prozent) über 65 Jahren in Deutschland als armutsgefährdet. Bei Frauen lag dieser Anteil bei rund 21 Prozent, bei Männern bei rund 17 Prozent.

In Deutschland gelten jene Menschen als armutsgefährdet, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Äquivalenzeinkommens der Gesamtbevölkerung beträgt. Im Jahr 2025 lag der Schwellenwert der Armutsgefährdung für eine alleinlebende Person in Deutschland bei 1.378 Euro netto im Monat.

Im Juni 2025 bezogen rund 750.000 Personen, die im Rentenantrittsalter oder älter waren, Grundsicherung.

13 Prozent der Rentenbeziehenden sind erwerbstätig

In Deutschland steigt das Renteneintrittsalter seit Jahren an. Sowohl Frauen als auch Männer gehen im Durchschnitt mit 64,7 Jahren in Rente.

Im Jahr 2014 beschloss die Bundesregierung, die Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder auszuweiten: Statt eines Jahres konnten nun zwei Jahre pro Kind angerechnet werden. Dadurch erhielten Mütter und Väter für jedes vor 1992 geborene Kind monatlich 26,39 Euro mehr Rente im Osten und 28,61 Euro im Westen. Die Einführung dieser „neuen Mütterrente“ führte dazu, dass das durchschnittliche Rentenzugangsalter von Frauen im Jahr 2014 vorübergehend auf rund 66 Jahre anstieg. Denn viele westdeutsche Frauen ab 65 Jahren erlangten durch die Anerkennung eines weiteren Kindererziehungsjahres pro Kind die notwendige Wartezeit von fünf Jahren und erhielten dadurch Anspruch auf eine Rente.

Viele Rentnerinnen und Rentner erwerbstätig

Auch nach dem Rentenantritt sind viele noch erwerbstätig: Im Jahr 2024 gingen 13 Prozent der Rentnerinnen und Rentner im Alter von 65 bis 74 Jahren einer Arbeit nach, während sie eine gesetzliche Altersrente bezogen. Die Hälfte davon gab an, geringfügig beschäftigt zu sein. Die Bundesregierung will die sogenannte "Aktivrente" durch Steuervorteile attraktiver machen, um dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenzuwirken.

Insgesamt machte das Erwerbseinkommen von Rentnerinnen und Rentnern im Jahr 2024 durchschnittlich 2 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens aus.

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