Aktuell stammt mehr als die Hälfte der in Deutschland erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen. Bis 2030 soll der Anteil auf 80 Prozent steigen. Auch die Versorgungssicherheit und die Unabhängigkeit von Energieimporten wird durch geopolitische Konflikte immer relevanter.
Anteil der Erneuerbaren Energien steigt
Im Jahr 2025 stammten 59 Produzent der in Deutschland erzeugten Energie aus erneuerbaren Energieträgern. Die Bundesregierung will diesen Anteil bis 2030 auf 80 Prozent erhöhen. Aus der Stromerzeugung durch Kohle will die deutsche Bundesregierung bis spätestens 2038 aussteigen. Zuletzt lag der Anteil der Stromerzeugung durch Kohle bei knapp einem Viertel.
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 438 Terawattstunden Strom erzeugt und ins Netz eingespeist. Mit einem Anteil von 59 Prozent stammte mehr als die Hälfte des inländisch erzeugten Stroms aus erneuerbare Energien. Die Bundesregierung will diesen Anteil bis 2030 auf 80 Prozent erhöhen.
Kohle spielt im deutschen Strommix weiterhin eine relevante, aber sinkende Rolle. 2025 lag der Anteil von Braun- und Steinkohle an der Stromerzeugung bei rund einem Fünftel. Der gesetzlich beschlossene Kohleausstieg soll spätestens 2038 abgeschlossen sein.
Aktueller Energiemix
Die aktuellen Tagesdaten der Bundesnetzagentur zeigen folgenden Energiemix:
Die Zusammensetzung der Stromquellen sieht an jedem Tag anders aus. Der Anteil der erneuerbaren Energien, wie Windkraft und Photovoltaik, sind stark vom Wetter abhängig. Im Sommer kann Solarstrom einen großen Teil der Nachfrage decken. Im Winter hingegen wird deutlich weniger Strom durch Photovoltaik erzeugt. Dadurch steigt der Anteil der konventionellen Energiequellen, wie etwa Erdgas und Steinkohle.
Kaum eigene Erdgasvorkommen in Deutschland
Rund 16 Prozent der in Deutschland produzierten Energie im Jahr 2025 stammten aus Erdgas. Deutschland verfügt jedoch nur über geringe eigene Erdgasvorkommen. Aktuell fördert Deutschland rund 3.000 Gigawattstunden Erdgas pro Monat.
Aufgrund der Erschöpfung der großen Lagerstätten und dem Förderabfall, sowie dem Ausbleiben von Neufunden in Deutschland müssen rund 95 Prozent des in Deutschland benötigten Gases aus dem Ausland importiert werden.
Pro Tag importiert Deutschland durchschnittlich zwischen 3.000 und 4.000 Gigawattstunden Erdgas. Das ist ungefähr so viel, wie in Deutschland innerhalb eines ganzen Monats selbst gefördert wird.
Norwegen, Niederlande und Belgien sind die wichtigsten Gaslieferanten
Die Herkunft des importierten Gases hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert: Nach dem Wegfall russischer Pipeline-Lieferungen im Jahr 2022 hat Deutschland seine Gasversorgung neu ausgerichtet. 2025 importierte Deutschland rund 1.031 Terawattstunden Erdgas. Die wichtigsten Lieferländer waren Norwegen (44 Prozent), die Niederlande (24 Prozent) und Belgien (21 Prozent).
Zusätzlich wird vermehrt Flüssigerdgas (LNG) importiert. Über die deutschen LNG-Terminals in Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Lubmin und Mukran wurden 2025 rund 106 Terawattstunden Erdgas importiert. Das entsprach rund 10 Prozent der gesamten deutschen Gasimporte. 96 Prozent der direkten LNG-Importe stammten laut Bundesnetzagentur aus den USA.
Damit ist Deutschland nicht mehr abhängig von russischen Gaslieferungen. Ganz verschwunden ist die Abhängigkeit aber nicht: Sie hat sich auf europäische Lieferanten und amerikanisches LNG verschoben.
Kohleausstieg bis spätestens 2038
Im Jahr 2020 beschloss der Deutsche Bundestag den Kohleausstieg. Braun- und Steinkohlekraftwerke sollen schrittweise vom Stromnetz genommen und stillgelegt werden. Spätestens 2038 soll die Kohleverstromung beendet sein. In Nordrhein-Westfalen ist der Braunkohleausstieg bereits für 2030 vorgesehen.
Aktuell wird besonders im Winter Energie aus Kohle erzeugt. In den kalten Monaten ist der Energiebedarf höher und gleichzeitig steht weniger Energie aus erneuerbaren Quellen - insbesondere Photovoltaik - zur Verfügung.
Der Kohleausstieg ist beschlossen, aber die Frage nach seiner Umsetzung wird wieder lauter. Die Versorgungssicherheit steht aktuell in den Mittelpunkt. Besonders der vorgezogene Ausstieg in Nordrhein-Westfalen bis 2030 hängt davon ab, ob rechtzeitig neue Kraftwerke, Speicher und Netze bereitstehen.
2025 stammten rund 59 Prozent des in Deutschland erzeugten und ins Netz eingespeisten Stroms aus erneuerbaren Energien. Bis 2030 soll der Anteil auf 80 Prozent steigen.
Weil Windkraft und Photovoltaik stark vom Wetter abhängen. An sonnigen Sommertagen macht Solarstrom einen großen Teil des erzeugten Stroms aus, im Winter dagegen deutlich weniger. Auch Windkraft schwankt je nach Wetterlage.
Der Kohleausstieg ist gesetzlich beschlossen. Spätestens 2038 soll in Deutschland kein Strom mehr aus Kohle erzeugt werden. In Nordrhein-Westfalen ist der Braunkohleausstieg bereits für 2030 vorgesehen.
Ja, Deutschland fördert selbst Erdgas, aber nur in vergleichsweise kleinen Mengen. Die deutsche Erdgasförderung ist seit Jahren rückläufig, weil Lagerstätten erschöpft sind und größere Neufunde ausbleiben. Deutschland deckt deshalb den größten Teil seines Gasbedarfs über Importe.
Seit dem Wegfall russischer Pipeline-Lieferungen kommet der Großteil der deutschen Gasimporte aus Norwegen, den Niederlanden und Belgien. Zusätzlich wird LNG, das zu einem großen Teil aus den USA stammt, importiert.
LNG steht für Liquefied Natural Gas, also verflüssigtes Erdgas. Erdgas wird stark heruntergekühlt, sodass es flüssig wird und per Schiff transportiert werden kann. In Deutschland wird es an LNG-Terminals wieder in gasförmigen Zustand gebracht und danach ins Netz eingespeist.
Eine Gigawattstunde (GWh) entspricht einer Million Kilowattstunden (KWh). Geht man davon aus, dass ein durchschnittlicher Haushalt 2.000 bis 5.000 KWh pro Jahr verbraucht, kann man mit einer Gigawattstunde etwa 200 bis 500 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen.
Bundesnetzagentur: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/Kohleausstieg/start.html
Bundesnetzagentur: https://www.bundesnetzagentur.de/1087152
Bundesfinanzministerium: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Nachhaltigkeitsstrategie/kohleausstieg.html
Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft: https://gas-h2.de/energie-gas/lage-gasmarkt/
Statistisches Bundesamt: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/03/PD26_073_43312.html
