Deutschland wird heißer: Der Klimawandel lässt Hitzewellen häufiger werden. Die Folgen sind für Mensch und Natur spürbar.
Anzahl Heißer Tage steigt
Hitze ist in Deutschland kein Ausnahmezustand mehr, sondern eine jährlich wiederkehrende Belastung. Heiße Tage treten häufiger auf, und die Nächte bleiben zunehmend warm.
Zwischen 1951 und 1999 lag die Temperatur an durchschnittlich 4,6 Tagen pro Jahr über 30 °C. Im Zeitraum 2000 bis 2025 stieg dieser Wert auf durchschnittlich zehn Tage pro Jahr.
Die meisten Heißen Tage in Deutschland gab es 2018: Durchschnittlich erreichte die Temperatur an 20,4 Tagen über 30°C. Im Jahr 2025 gab es 11,06 Heiße Tage.
2024 bisher wärmstes Jahr, 2003 heißester Sommer
Das Jahr 2024 war mit einer Durchschnittstemperatur von 10,89 °C das bisher wärmste Jahr in Deutschland seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881. In Deutschland wird die durchschnittliche Lufttemperatur seit 1881 aufgezeichnet. Alle der zehn wärmsten Jahre des Landes traten im 21. Jahrhundert auf.
Den bislang heißesten Sommer erlebte Deutschland im Jahr 2003. Die durchschnittliche Temperatur lag bei 19,67 °C. Ein Vergleich der Sommer seit 1881 zeigt zudem, dass sieben der zehn wärmsten Sommer nach dem Jahr 2000 auftraten.
Geschätzt 2.500 Hitzetote im Sommer 2025
Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt, dass im Sommer 2025 in Deutschland 2.500 Personen infolge von Hitze gestorben sind. Die bislang höchste Schätzung betrifft den Sommer 2018, an dem es auch die meisten Hitzetage gab: Für diesen Zeitraum geht das RKI von etwa 8.400 hitzebedingten Sterbefällen aus.
Zur Schätzung der hitzebedingten Mortalität kombiniert das RKI die Mortalitätsdaten des Statistischen Bundesamts mit Temperaturmessungen des DWD. Erfasst werden dabei nicht nur Todesfälle, bei denen Hitze unmittelbar zum Tod geführt hat, sondern auch Fälle, in denen Hitzeexposition in Verbindung mit bestehenden Vorerkrankungen zum Tod beigetragen hat.
Die meisten hitzebedingten Sterbefälle betreffen dem RKI zufolge Menschen ab 75 Jahren. Da der Frauenanteil in dieser Altersgruppe besonders hoch ist, sterben infolge hoher Temperaturen insgesamt mehr Frauen als Männer.
Als direkte Todesursache wird Hitze jährlich bei rund 20 Personen festgestellt.
Hitzewarnungen des DWD
Der DWD gibt zwei Arten von Hitzewarnungen aus: "Starke Wärmebelastung" und "Extreme Wärmebelastung".
Die Warnstufe "Starke Wärmebelastung" wird ausgegeben, wenn die Gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag einen Schwellenwert von etwa 32 °C überschreitet. Dieser Schwellenwert kann im Frühsommer niedriger und im Hochsommer höher sein.
Überschreitet die Gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag einen Schwellenwert von 38 °C, veröffentlicht der DWD die Warnstufe "Extreme Wärmebelastung".
Die aktuell geltenden Hitzewarnungen werden auf dieser Karte angezeigt:
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) definiert einen Heißen Tag als einen Tag, an dem das Maximum der Lufttemperatur 30°C oder mehr beträgt. Früher wurden diese Tage als "Tropentage" bezeichnet.
Wenn eine starke Wärmebelastung vorhergesagt und eine ausreichende Abkühlung über Nacht nicht gewährleistet ist, veröffentlicht der Deutsche Wetterdienst Hitzewarnungen auf Landkreisebene.
Es gibt zwei Warnstufen:
- "Starke Wärmebelastung": Bei dieser Warnstufe übersteigt die Gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag einen Schwellenwert von etwa 32°C. Dieser Schwellenwert kann im Frühsommer niedriger und im Hochsommer höher sein.
- "Starke Wärmebelastung": Bei dieser Warnstufe überschreitet die Gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag einen Wert von 38°C.
Die Gefühlte Temperatur beschreibt das Temperaturempfinden eines Menschen. Zusätzlich zur Lufttemperatur spielen bei der Berechnung der Gefühlten Temperatur auch die Luftfeuchte, der Wind und die Sonnenstrahlung eine Rolle. Sie steigt bei warmen Temperaturen schneller als die Lufttemperatur, und kann bei kalten Temperaturen und windigen Verhältnissen auch unter die Lufttemperatur absinken. Generell gilt: Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto stärker leiden Menschen unter der Hitze.
Hitzewellen können den menschlichen Organismus stark belasten. Um die Belastung durch Hitze zu reduzieren, gibt es drei Handlungsempfehlungen des DWD:
- Hitze meiden: Nicht in die direkte Sonne gehen, nicht in der heißesten Zeit nach draußen gehen, große Anstrengungen unterlassen oder auf den frühen Morgen verschieben
- Körper kühl halten und ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte zu sich nehmen: Ausreichend und regelmäßig trinken, auf Alkohol verzichten, Kopfbedeckung und luftige Kleidung tragen
- Wohnung kühl halten: Direkte Sonneneinstrahlung in Räume vermeiden, nachts und am frühen Morgen lüften, klimatisierte Gebäude (wie z.B. Einkaufszentren) aufsuchen
Deutscher Wetterdienst: https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/glossar.html?nn=103346&lv2=101094&lv3=101162
Deutscher Wetterdienst: https://www.dwd.de/DE/leistungen/hitzewarnung/hitzewarnung.html
Deutscher Wetterdienst: https://www.hitzewarnungen.de/faq.jsp
Deutscher Wetterdienst: https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/ku_beratung/gesundheit/therm_belast/hitzewarnung_node.html
Deutscher Wetterdienst: https://www.hitzewarnungen.de/index.jsp
Deutscher Wetterdienst: https://www.hitzewarnungen.de/handlungsempfehlungen.jsp
RKI: https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitliche-Einflussfaktoren-A-Z/H/Hitze/Bericht_Hitzemortalitaet.html
Statistisches Bundesamt: https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Hitze/_inhalt.html
