Daten, die verstanden und zitiert werden
Eine Zahl kann stimmen und trotzdem nirgends auftauchen. Ob jemand sie übernimmt, entscheidet oft ein einziger Satz: der, in dem sie steht. Eine Redaktion kann bei Unklarheiten nachfragen. Suchmaschinen und KI-Systeme tun das nicht, sie arbeiten mit dem, was dasteht.
In diesem Tutorial machen Sie aus einem vagen Satz eine Aussage, die für sich allein funktioniert. Sie brauchen dafür nur Ihre letzte Pressemitteilung.
Unser Ausgangssatz: „Die Verbraucherpreise sind zuletzt deutlich gestiegen.“
Gehen Sie Ihre Pressemitteilung durch und markieren Sie alle Zahlen sowie Aussagen wie „deutlich gestiegen“, hinter denen eine Zahl steckt. Prüfen Sie auch Grafiken und eingebettete Elemente: Was nur dort steht, können Maschinen oft kaum lesen. Solche Zahlen müssen zusätzlich als Text auf die Seite.
Die folgenden Schritte wenden Sie auf jeden markierten Satz an. Meist fehlen nur ein paar Wörter.
Nennen Sie die Organisation gleich zu Beginn. So bleibt sie auch dann erhalten, wenn jemand nur diesen einen Satz übernimmt.
Zum Beispiel: "Laut Statistischem Bundesamt sind die Verbraucherpreise zuletzt deutlich gestiegen."
Ersetzen Sie vage Wörter durch die genaue Zahl. Die Einheit steht direkt daneben. Der Bezug zeigt, wofür die Zahl gilt und womit sie verglichen wird.
Zum Beispiel: "Laut Statistischem Bundesamt stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland zuletzt im Jahresdurchschnitt gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent."
Achten Sie dabei auf drei Punkte:
- Einheit: „Um 2,2 gestiegen“ lässt offen, ob Prozent, Prozentpunkte oder Indexpunkte gemeint sind.
- Bezug: Die 2,2 Prozent gelten für die Verbraucherpreise insgesamt und vergleichen den Jahresdurchschnitt 2025 mit dem Durchschnitt des Vorjahrs 2024. Im selben Vergleich verteuerten sich Dienstleistungen um 3,5 Prozent und Waren um 1,0 Prozent.
- Prozent und Prozentpunkte: Die jährliche Inflationsrate stieg von 3,1 Prozent im Jahr 2021 auf 6,9 Prozent im Jahr 2022. Das sind 3,8 Prozentpunkte mehr. Zugleich wuchs die Rate selbst um rund 123 Prozent. Beides stimmt, sagt aber etwas anderes.
Ersetzen Sie Wörter wie „zuletzt“, „aktuell“ oder „derzeit“ durch ein Datum oder einen Zeitraum. Sonst weiß bald niemand mehr, wann das war.
Zum Beispiel:
"Laut Statistischem Bundesamt stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2025 gegenüber 2024 um 2,2 Prozent."
Nennen Sie die Erhebung oder den Datensatz. Das können Sie nur weglassen, wenn sich die Quelle schon aus dem Absender ergibt.
Zum Beispiel: "Laut Statistischem Bundesamt stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2025 gegenüber 2024 um 2,2 Prozent (Verbraucherpreisindex)."
Kopieren Sie den Satz in ein leeres Dokument und lesen Sie ihn ohne den Text drumherum. Ist er noch verständlich und richtig? Dann ist er zitierfähig.
Zuletzt setzen Sie den Satz an die richtige Stelle.
Der Satz gehört dorthin, wo die Zahl zum ersten Mal vorkommt:
- in Ihren 23°-Grafiken: als Kernsatz, mit Zahl, Zeitraum und Quelle
- in Ihrer Pressemitteilung: möglichst im ersten Absatz
- auf Ihrer Webseite: Formulieren Sie Überschriften als Frage und schreiben Sie die Antwort direkt darunter