Warum Datenanbieter ihre Daten lizenzieren sollten – und welche Lizenzmodelle es gibt

Wer Daten erhebt, schafft einen Wert. Eine Lizenz regelt, wie und unter welchen Bedingungen andere die Daten nutzen dürfen.
Ob Umfrageergebnisse, Marktforschungsdaten, wissenschaftliche Erhebungen oder selbst aufgebaute Datenbanken: Hinter hochwertigen Daten stecken Zeit, Know-How und häufig finanzielle Investitionen.
Eine Datenlizenz schafft klare Regeln für die Nutzung und Weiterverwendung dieser Daten. Das ist sowohl für Datenanbieterinnen und -anbieter als auch für die Datennutzerinnen und -nutzer von Vorteil.
Gute Gründe für eine Datenlizenz
1. Kontrolle über die Datennutzung behalten
Eine Lizenz legt fest, wer Daten für welche Zwecke nutzen darf, beispielsweise für eigene Analysen, kommerzielle Produkte oder Veröffentlichungen. Auch Weitergabe und Weiterverkauf können geregelt werden.
2. Sichtbarkeit und Quellenangabe sichern
Eine Lizenz kann die Nennung des Datenanbieters als Quelle vorsehen. Das erhöht seine Bekanntheit.
3. Daten leichter zugänglich und nutzbar machen
Statt jede Anfrage über die Nutzungsrechte einzeln abzuarbeiten, ermöglicht eine standardisierte Lizenz eine schnelle, nachvollziehbare Freigabe. Das senkt den Aufwand für Datenanbieterinnen und -anbieter sowie für Nutzerinnen und Nutzer.
4. Rechtssicherheit für beide Seiten schaffen
Kundinnen und Kunden wissen, welche Nutzungen erlaubt sind. Datenanbieterinnen und -anbieter können Nutzungsrechte transparent festlegen. Das reduziert Missverständnisse.
5. Einnahmequelle schaffen
Mit kommerziellen Lizenzen können Daten mehrfach verwertet werden, etwa durch jährliche Abonnements, Einmallizenzen oder unterschiedliche Nutzungsrechte für verschiedene Nutzerinnen und Nutzer.
Welche Arten von Datenlizenzen gibt es?
Grundsätzlich lassen sich Datenlizenzen in offene und eingeschränkte beziehungsweise kommerzielle Lizenzmodelle unterteilen.
Eine Open-Data-Lizenz ist eine ausdrückliche Erlaubnis, die Daten für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke zu nutzen. CC0, CC BY und die Open-Data-Commons-Lizenzen sind etablierte Modelle für Daten. CC BY-NC dagegen gilt nicht als echte Open-Data-Lizenz, weil sie kommerzielle Nutzung ausschließt.
Wichtig: Eine Lizenz muss nicht kostenpflichtig sein. Auch kostenlos bereitgestellte Datensätze profitieren von klaren Lizenzbedingungen.
Am besten ist es, einen Lizenzstandard zu übernehmen, der bereits weit verbreitet ist. Das Open Data Institute bietet einen Lizenzassistenten an, der Sie bei der Auswahl der richtigen Lizenz für Ihre Daten unterstützen kann.
Je einfacher die Lizenz, desto besser. Es gibt viele verschiedene Lizenzen. Um die Wiederverwendung zu maximieren, versuchen Sie, einen Lizenzstandard zu übernehmen, der bereits weit verbreitet ist.
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European Commission: https://data.europa.eu/elearning/de/module4/#/id/co-01